Kriegsgerät
Im Leben eines Kriegers kommt es durchaus gelegentlich vor, dass er vor einem hohen Wall steht ohne an seine Gegner heranzukommen, die ihn von oben mit Unrat und Unflätigkeit eindecken. Wenn es ihm nicht gelingt mit List oder Überraschung an diese Leute heranzukommen, muss er sich Hilfsmittel schaffen, die ihn dazu in die Lage versetzten. Je nach der Zeit, die ihm dabei zur Verfügung steht, bei Plünderungen zum Beispiel recht wenig, kann er sich Kriegsgeräte bauen.
Leitern
Leitern sind das einfachste Hilfsmittel. Sie werden aus Holz zusammen gezimmert, zu der Palisade getragen, daran gelehnt und anschließend erklettert. Um nicht zu große Verluste zu erleiden, braucht man dazu entweder schlecht Sichtverhältnisse oder Überraschung. Es ist nicht einfach, am oberen Ende einer Leiter wirkungsvoll zu kämpfen. Oftmals schickt man als erstes einen Berserker oder Vollidioten hinauf, der ein wenig Platz schafft, damit verständigere Männer Fuß fassen können. Ist der Gang der Palisade erst einmal gesichert, können andere Männer ohne Gefahr über die Leite nachfolgen. Merke dir dabei, dass ein kluger Mann nicht als Erster eine Leiter hinaufklettert. Der Ruhm nützt dir nichts, wenn du hernach an Walis Tafel sitzt.
Schutzschilde
Um mit Rammböcken oder Leitern überhaupt gesund an eine Palisade heranzukommen, braucht man Schutzschilde. Die sollen Pfeile und Steinbrocken, die übelmeinende Feinde in solchen Fällen auf einen regnen lassen, aufgefangen werden. Diese Schilde sind größer als ein Rundschild, manchmal aus Holz, manchmal aus Weidengeflecht auf einen Holzrahmen gefertigt. Sie bieten vier bis sechs Männer Schutz und werden, sobald man am Ort des Kampfes eintrifft, von nur noch zwei Männern gehalten, währen die anderen das tun, wozu sie gekommen sind. Diese Schilde brennen besonders leicht. Deshalb sollte man sie vor Gebrauch gut wässern oder mit rohen Tierhäuten abdecken.
Rammböcke
Will man, wie es eigentlich vorgesehen ist, durch das Tor einer Festung gelangen, baut man sich einen Rammbock. Der besteht aus einem eine Handspanne bis eine Elle dicken Baumstamm, an dem die Äste soweit entfernt sind, dass ihre Stümpfe nur noch als Handgriffe dienen können. Das vordere Ende wird angespitzt und, wenn die Zeit reicht, mit einem Eisenband verstärkt. Der Rammbock wir dann von zwei Dutzend Männern zum Tor getragen, während andere sie mit Schutzschilden vor Beschuss abschirmen. Nun rammt man den Baumstamm solange gegen das Tor, bis seine Riegel oder Angel brechen und es nach innen stürzt. Darüber können nun die bereitstehenden Krieger in die Festung eindringen.
Steinschleudern
Das am schwierigsten zu bauende Hilfsmittel ist die Steinschleuder. Sie besteht aus einem schweren Holzrahmen, in dem ein langer Baumstamm mit einem Gegengewicht um seinen Schwerpunkt schwingen kann. An das andere Ende legt man, nachdem man es herunter gezogen und mit einem Riegel dort gesichert hat, einen schweren Stein oder alternativ eine Handvoll Toter der Feinde. Wenn man den Riegel löst, zieht das Gegengewicht den Stamm hoch, sodass das Geschoss mit großer Kraft über weite Strecken zum Ziel geschleudert wird. Dabei erhält es so viel Kraft, dass es Tore durchschlagen oder Mauern beschädigen kann. Es hat schon Fälle gegeben, in denen eine Befestigung sich nach längerem Beschuss ohne weitern Kampf ergeben hat.
Um dieses Gerät zu bauen, bedarf es einiger Kenntnisse und Kunstfertigkeit. Daher führen Heere oftmals auch Schmiede und Zimmermänner mit sich, die davon etwas verstehen.
Achte hier darauf, dass man den Bau vor dem Gegner nicht verbergen kann. Sie neigen dann dazu, Ausfälle zu machen, um die Steinschleuder zu zerstören. Bei einer Schlacht nahe Helgard haben findige Männer dies ausgenutzt. Sie haben an der Ausfallpforte der Festung auf diese Krieger gewartet, um dann an ihnen vorbei in die Siedlung einzudringen.
