Eisen
Das Metall Eisen hat die walische Kultur wesentlich beeinflusst. Nach ihren eigenen Sagen haben die Waljar das Eisen als erstes entdeckt und seine Verarbeitung erlernt. Aufgrund der antimagischen Wirkung des Eisens waren sie dann in der Lage, den Töframenn, die vor langer Zeit die Welt beherrschten Widerstand zu leisten und deren Niedergang einzuleiten. Seit dem, hat den Wali Eisen gute Dienste geleistet, vor allem verdanken sie Eisenwaffen und -rüstungen die Siege in den fünf Rukr-Kriegen und damit direkt ihr Überleben.
Daher hat dieses Metall auch in den Mythen der Wali eine besondere Bedeutung erlangt. Zum Beispiel werden den drei älteren Götter der Wali Waffen aus Eisen zugesprochen. Der wichtigste Mythos findet sich jedoch in der Saga von der Schöpfung. Er handelt von dem Niedergang der Welt. Darin wird aus „Himmelseisen“ durch den Schmied Windalf ein magisches Schwert namens Svidar geschmiedet. Nachdem mit diesem Schwert ein Gott namens Radswidr getötet wurde, wurde dieses Schwert zum Symbol des Untergangs. Das Bersten des Schwertes bringt jedes Mal Unglück über die Welt. Wenn es aber zum siebten Mal birst, geht die Welt in Blut und Feuer unter.
Eisenherstellung
Lange Zeit gewannen die Wali ihr Eisen aus Raseneisen, welches auch Sumpferz genannt wird. Das sind Ablagerungen von Eisenoxiden, die sich oftmals auf sumpfigen und feuchten Wiesen finden. Allerdings ist die Qualität dieses Eisen eher schlecht. Als der Eisenbedarf der Wali wegen der lange andauernden Kriege stieg, lernten sie, Eisen aus Lagerstätten in gebirgigen Gegenden, vor allem den Tönnyr, zu gewinnen. Das Erz aus Bergwerken wird raudajarn genannt. Die anstrengende Arbeit des Abbaus von Eisenerz überlassen sie allerdings ihren Unfreien, den vinnumenn. Ebenso überlassen sie diesen die Herstellung von Holzkohle, die zur Gewinnung von Eisen notwendig ist. Das erzeugte Eisen wird entweder in Klumpen oder bei besserer Qualität in Barren gehandelt.
Das Raseneisen oder Eisenerz wird in ein Holzkohlefeuer in einer Grube geben. Mittels eines Blasebalgs wird dieses Feuer angeheizt, so dass sich das sich bildende Eisen am Grund der Grube sammelt und dort eine Pfütze bildet. Dieses Eisen weist jedoch immer noch viele Verunreinigungen auf. Dieses Rohprodukt wird in einen Schmelzofen aus Ton gegeben und erneut in einem Holzkohlefeuer geschmolzen, um es von Verunreinigungen zu befreien. Dieses Eisen ist dann der Rohstoff für Schmiedearbeiten. Entweder wird es in Formen gegossen, um z.B. einfache Schwerter herzustellen oder zu Barren geformt, mit denen dann Handel getrieben werden kann. Diese Barren können die Form von Axtblättern oder Scheiben haben. Die Qualität dieses Eisens wird mittels Feilen bekannter Härte überprüft.
Soll Stahl hergestellt werden, so muss man bei der Herstellung des Eisens darauf achten, dass zusammen mit Holzkohle bestimmte Temperaturen eingehalten werden. So kann genügend Kohlenstoff in das Eisen gelangen, um es hart und widerstandsfähig zu machen. Die Temperatur kann an der Farbe und Helligkeit der Schmelze erkannt werden. Eine andere Methode, die jedoch nicht so zuverlässig ist, ist es, einen fertigen Gegenstand, z.B. eine Klinge, in Holzkohlenstaub zu rösten.
Eisenverarbeitung
Die Erzeugung und Verarbeitung von Eisen ist seit vielen Generationen ein wichtiger Bestandteil der walischen Kultur. Nahezu jeder größere Hof weist eine eigene Schmiede auf. Dort wird nicht nur Eisen verarbeitet, sondern auch gewonnen. Dort ist man in der Lage, einfache Dinge herzustellen oder notwendige Reparaturen vorzunehmen. Für aufwändigere Arbeiten muss man auf einen der herumwandernden Schmiede warten, die oft viel mehr Erfahrung und Wissen mitbringen, z.B. von der Waffenherstellung.
In jeder Schmiede befindet sich eine Esse mit einem Blasebalg, ein Amboss mit Werkzeugen wie Zangen oder Hämmern. Hergestellt werden Dinge wie
- Nägel,
- Eisendraht,
- Hufeisen,
- Speer- und Pfeilspitzen,
- Töpfe, Pfanne,
- Bleche,
- Axtblätter, Schwerter, Messer und
- Beschläge für Kisten, Wagen und Lederzeug.
Das wichtigste Produkt dieser kleinen Schmieden sind jedoch Gebrauchsmesser mit einer Klingenlänge von bis zu zwei Handspannen. Diese Messer dienen einfachen Leuten oft als Waffenersatz oder reicheren als Zweitwaffe, die wegen ihrer geringen Länge im Schildwall bevorzugt eingesetzt wird.
