Niding
Das niding ist eine Form der schwarzen Magie, die bei den Wali besonders verhasst ist. Sobald jemand als nidingar bzw. nidingyr bekannt ist, gilt dieser ohne Urteil als Friedlos und ist seines Lebens nicht mehr sicher. Niding stammt von dem Wort nid, welches „Neid“, „Schimpf“ oder „Fluch“ bedeutet. Letztendlich ist niding die Kunst, Flüche und Banne auf Menschen, Tiere und Sachen zu legen, wobei Tier- und Menschenopfer nicht selten sind. Dabei werden Götter angerufen, die zu den Djófullir oder Daudurja gehören und den Menschen gegenüber feindlich gesonnen sind. Der Einsatz von niding kann von dem Zaubernden einen hohen Preis fordern, der eigenes Unglück, Krankheit, den eigenen Tod oder den von geliebten Menschen bedeuten kann. Außerdem ist niding nicht gut zu lenken, so dass der Fluch oft nicht nur das Opfer, sondern noch viele Menschen im Umfeld des Betroffenen befällt.
Obwohl kaum über niding geredet wird, ist bekannt, dass ein nid-Zauber einen Fokus benötigt, der sichtbar irgendwo im Umfeld des Opfers platziert werden muss. Selbst wenn dieser Fokus hernach entfernt wird, wirkt dieser Fluch weiter, bis er sein Ziel erfüllt hat oder gebannt wurde. Es wird gesagt, dass ein Gegenstand, der seinen Fluch nicht erfüllen konnte, diesen an den nächsten, der ihn berührt, ausführt. Deshalb ist oftmals Vorsicht bei der Berührung von Dingen aus alten Schätzen geboten.
Oftmals wird als Gegenstand ein Holzpfahl, die sogenannte nidstöng eingesetzt, die neben dem Fluch noch eine ganze Reihe von Beleidigungen in Runenschrift aufweist.
Viele der bekannten Fälle von niding wurden von Menschen ausgeführt, die eine Rachetat an mächtigen Männern auszuführen hatten und im niding die einzige Möglichkeit sahen, ihr Ziel zu erreichen. In keinem der bekannten Fälle hat der Täter das Opfer lange überlebt.
