Zahlensysteme

Bei den Wali sind zwei verschiedene Zahlensysteme gebräuchlich: das göttliche "talur yr tyggr" oder kurz "tyggrartalur" und das Handelszahlensystem, "kyrturartalur", inzwischen zusammengezogen zu "kyrtalur". Das tyggrartalur wird verwendet, wenn ein Wali der Auffassung ist, eine Begebenheit oder eine Regel sei wichtig genug den Aufwand einer Runeninschrift zu rechtfertigen. Da Runeninschriften stets neben der reinen Wortbedeutung auch die göttliche Kraft jeder einzelnen Rune innewohnt wird hier das pragmatische Kyrtartalur als zu profan empfunden.

Das kyrtartalur wird dagegen im Handel mit anderen Völkern oder in der Lagerhaltung verwendet, sofern man sich nicht ohnehin der Schreibweise des bevorzugten Handelspartners bedient.

tyggrartalur

Das göttliche Zahlensystem ist auf dem magischen Sechseck aufgebaut, das sowohl die Rune Walis als auch durch die Andeutung der sechs Himmelsrichtungen ein Symbol für die Allheit ist. Alle Ziffern sind Teile des regelmäßigen Sechsecks, wobei die Anzahl der Striche (Sechseckkanten) mit dem Wert der Ziffer übereinstimmt. Dadurch ergibt sich ein Zahlensystem mit der Basis 7. Die Sieben (sjön) fügt der Beschreibung der Welt, wie sie ist, die Dimension der Zeit hinzu. Senkrecht zum liegenden Sechseck gedacht weist die Zeitachse in Richtung Veislaheim, in dem sich die Wali nach ihrem irdischen Ende sammeln und auf das Ende der Welt warten. Diese Symbolik findet sich auch in den beliebten Sonnenuhren wieder, in denen sich neben der praktischen Bedeutung als Zeitmesser auch das Richtunggebende Wirken Walis im durch die Sonnenscheibe Walis geworfene Schatten manifestiert.

In der praktischen Umsetzung gibt die letzte Stelle einer walischen Zahl die Anzahl der Einer, die vorletzte Stelle die Anzahl der Siebener, die vor- vorletzte die Anzahl der Neununvierziger (72) an, es folgt 73, 74 und so weiter. Dabei entspricht die Laufrichtung der der die Zahl einrahmenden Runen.

Sechs Zahlen bilden die Basis, das Konzept der 0 hat noch keinen Eingang gefunden.

  

Für die Größenordnungen werden die folgenden Worte verwendet bzw. nachgestellt:

      7         sjoen

      49      sjan

      343    sjur

      2401  sjor

Wollte man also eine 10 aus dem Dezimalsystem in das tyggrartalur übertragen so lautet die Zahl sjoentrir. 100 entspricht tvyrsjantvyr. 111 wäre dem entsprechend tvyrsjansjoensiks.

Da das System nicht trivial ist sind vor allem bei größeren Zahlen Fehler nicht selten. Dies gilt es insbesondere bei dem Versuch der zeitlichen Einordnung von Schriften oder Runensteinen zu berücksichtigen. Bei der Beschreibung von Größe und Anzahl eigener Truppen oder der des Feindes ist zudem einer gewissen dichterischen Freiheit Rechnung zu tragen. Für als unendlich groß empfundene Zahlen hat sich die Verwendung von sechs Sechsecken eingebürgert: kein Wunder, denn es wird kaum einen Wali geben der bis 5.902.056 zählen kann.

kyrtalur

Das Handelszahlensystem zeichnet sich eher durch seine Pragmatik aus. Die Händler bevorzugen das Zehnersystem oder in manchen Fällen auch das Zwölfersystem. Meist wird einfach mit Kerben oder einfachen Strichen gearbeitet. Jeder fünfte oder sechste Strich wird quer über die anderen gestellt. Oft wird auch ein System verwendet, das man von weither übernommen hat. Dieses hat für jede Zahl so ähnlich wie das göttliche System ein eigenes Symbol. Es geht aber bis zur Neun.

Die Zahlen und Sprechweise des kyrtalur wird im Artikel „Sprache“ eingehend erklärt.

© 2019 Walische Webseite