Neu-Westurgoi: Brauchtum
Von den Wali aus Waligoi unterscheiden sich die Beltyren vor allem in der Kleidung. Diese ist meist in gedeckten bunten Farben gehalten, die im Sprachgebrauch als ”Kolonialbraun” bezeichnet werden.
Als weiteres äußeres Kennzeichen erkennt man die Beltyren an einem aus (Woll-)Stoff geflochtenen Gewandungsgürtel, welcher zusätzlich zu dem üblichen Waffen- bzw. Ausrüstungsgürtel getragen wird. Der Name ”Beltyr” ist an diesen Gewandungsgürtel angelehnt, der recht vielfarbig sein kann.
Zusätzlich bedecken die Beltyren ihr Haupt bei wichtigen zeremoniellen Anlässen (wie zum Beispiel der Thingplatzweihe und dem Runenwurf) mit einer Fellkappe.
Doch ansonsten haben sich die Gebräuche der Beltyren gegenüber denen in Waligoi so gut wie nicht verändert.
Nach der Geburt eines Wali schenken die Großeltern und der Sippenälteste dem Neugeborenen ihren Segen. Ein Runenkundiger wirft zum Einblick in die Zukunft des Kindes die Runen. Ein jeder aus der Sippe schenkt dem Kind einen Gegenstand, um ihm den ersten, für das Leben nötigen, Besitz zu geben.
Wird ein Jugendlicher volljährig, so veranstaltet die Sippe ein kleines Fest. Es erfolgt ein von Sippe zu Sippe unterschiedliches Ritual, bei dem der Stammesälteste eine besondere Rolle spielt und den Wali einigen Prüfungen unterzieht. Durch diese Rituale wird der Jugendliche in den Kreis der mündigen Wali aufgenommen und freier Wali mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten.
Zur Hochzeit wird der Braut von der Schwiegermutter eine Lanzenspitze in den Schoß gelegt, um die Frau mit besonderer Fruchtbarkeit zu segnen. Die Waffen- und Kampfgefährten des Mannes befestigen ein Axtblatt über der Tür, um ihm und seiner Familie Glück zu bringen. Solch ein Ereignis wird vor allem bei reichen Wali über mehrere Tage gefeiert.
Nach dem Tod werden wohlhabende oder berühmte Wali in Feuerschiffen oder Hügelgräbern, häufig mit Steinsetzungen in Form eines Schiffes, beigesetzt. Dem Toten werden Grabbeigaben für die Reise ins Totenland und Waffen für die letzte Schlacht mitgegeben. Über den Grabhügeln wird häufig eine Eiche oder ein anderer mächtiger Baum gepflanzt. Durch die Wurzeln kann der Geist des Toten in die Baumkrone gelangen und den Besitz seiner Sippe überblicken. Einfache Wali werden verbrannt und in Urnen beigesetzt. Diese sind oft von einem kleinen Steinwall in Schiffform umgeben.
Der Wali bleibt auch nach seinem Tode Mitglied seiner Sippe. Diese hat für ein angemessenes Begräbnis zu sorgen und das Andenken an den Toten zu bewahren. Daher wird der Ahne bei den wichtigen Festen an die Tafel gebeten und in Sagas und Liedern wird sein Ruhm besungen.
Neben dem Clanthing und der Stammesthings gibt es noch besondere Festtage. Dies sind Mitsommer und Mitwinter, an denen der längste Tag bzw. die längste Nacht gefeiert werden. Auch das Saatfest im Frühjahr ist hoch angesehen; erst danach werden die Felder bewirtschaftet. Eine weitere große Feier bildet den Abschluss der Ernte im Herbst.
Auch steht das Gastrecht bei den Beltyren in hohem Ansehen. Wenn ein Beltyr jemanden als seinen Gast in sein Haus einlädt, ist er für dessen Sicherheit verantwortlich. Es gilt als ein schweres Verbrechen, wenn dem Gast eines Beltyr Schaden zugefügt wird.
Bei den Azcapazulcos gibt es natürlich andere Sitten und Gebräuche. Da in den Siedlungen entweder Wali oder Azcapazulcos leben (Ausnahme: Xitle und andere große Städte), gibt es zwischen ihnen glücklicherweise kaum kulturelle Reibereien.
Bei der Geburt eines Kindes findet bei den Azcapazulcos ein kleines Fest statt. Dann wird ein Schwein geschlachtet und Pflanzenschnaps getrunken.
Um Volljährig zu werden, müssen die Männer in den Wald und ein gefährliches Raubtier erlegen. Diese Aufgabe wird von einer Gruppe junger Krieger ausgeführt. So ist gesichert, dass viele von ihnen, häufig die Stärksten und Schlausten, überleben. Bei den Mädchen fängt die Volljährigkeit mit der ersten Menstruation an.
Hochzeiten werden durch Absprachen der Väter von Braut und Bräutigam arrangiert. Die Klugen unter ihnen beobachten vor diesen Verhandlungen ihre Kinder und besprechen mit ihnen ihre Zukunftspläne. Volljährige Azcapazulcos suchen sich selbst ihre Ehepartner und sprechen beim jeweiligen Schwiegervater vor.
Nach ihrem Tod werden die Azcapazulcos auf dem Dorfplatz verbrannt. So wird sichergestellt, dass diese endgültig im Totenreich bleiben. Ist der Tote ein Häuptling oder Priester, so werden ihm reiche Grabbeigaben mitgegeben.
Die Azcapazulcos lehnen jeden Gebrauch von Metall ab, egal welchen Nutzen sie daraus ziehen könnten.
