Sprechgesang

Der Sprechgesang ist die älteste überlieferte Gesangsform der Wali. In ihm wird die Überlieferung des Wissens von den Vorfahren gepflegt. Dem Sprechgesang zu Grunde liegen viele Balladen in Versform, die mit einfachsten Melodien unterlegt rezitiert werden. Jede Strophe wird von den Zuhörern mit einer Refrainstrophe beantwortet. Es gibt eine unüberschaubare Zahl dieser Balladen, die alle Aspekte der walischen Geschichte behandeln. Jeder Wali kennt viele Dutzend der berühmtesten Balladen, Skalden haben hunderte in ihrem Gedächtnis. Jedes Landesteil hat neben den allgemein bekannten Balladen auch seine eigenen Sprechgesänge.

Sprechgesänge werden bei jeder Gelegenheit vorgetragen, während der Ausübung eines Handwerks, bei langen Wanderungen, während des Ruderns oder auch nur, während man sich abends langsam mit Met abfüllt.

Sprechgesänge werden auch, aber nicht ausschließlich, als Rhythmusgeber von Langtänzen, der bei den Wali Landansen genannt werden verwendet.

Die bekannteste Ballade mit etwa 100 Strophen ist die von der „Langen Schlange“, die die Ereignisse um die Seeschlacht vor Slottö beschreibt, in der Hraudung, der vierte Jarkhan im Sommer 2603 den Seekönig Olaf Snorrison durch List besiegte. Einige der in Gemeinsprache übersetzten Strophen lauten:

 

1.

Willst du mein Lied hören,

Willst du meinem Wort glauben,

Über Hraudung Jarkhan?

Und so sagt das Lied:

 

Refrain

Lärm tobt in der Halle,

Tanze mit im Ring!

Frohgemut reiten die Wali

In Richtung des Krieges.

3.

Ein Schiff, gebaut im Hedenland,

Gut war es gebaut:

Siebzig und vier Ellen lang

Der Kiel vom Bug zum Heck.

8.

Da kam ein Mann vom Hochland,

mit starkem Bogen in der Hand:

“ Der Herr von Yggrgard

Hat mich hierher gesand.”

10.

“Einar sollst du mich nennen,

wohl kann ich den Bogen spannen.

Spanner hebt den heren Bogen,

bestrebt, Pfeile zu schießen. ”

 

11.

“Hör mir zu, junger Mann,

willst du mit mir fahren?

Du sollst mein Meister-Bogner sein,

und mein Schiff verteidigen.”

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