Schiffe
Zu Beginn ihrer Geschichte waren die Wali „Fußgänger“. Sie wanderten nomadisch durch die Lande. Später dann lernten sie, auf den Thrumari zu reiten und vergrößerten so ihren Aktionsradius. Erst als die Einwanderung in Waligoi sie in ein Land mit einer sehr langen Küstenlinie führte und die Kargheit dieses Landes sie zwang, andere Nahrungsquellen zu nutzen, lernten die Wali, Boote und dann später auch Schiffe zu bauen. Die Schiffe, die nach einer generationenlangen Entwicklung heute die Meere befahren, sind besonders dafür ausgelegt, Unbilden der nördlichen Meere und des Hymir zu widerstehen. Es wurden verschiedene Typen von Schiffen entwickelt, zum Transport von Waren, Tieren oder größerer Kriegerverbände.
Der walische Schiffsbau erzeugt Schiffe, wie sie in der restlichen Welt nicht gebaut werden. Aufgrund der eher für die Seefahrt problematischen umliegenden Meere um Waligoi wurden hier zwei grundlegende Schifftypen mit einzigartigem Charakter entwickelt, das Langschiff und das Frachtschiff. Die wichtigsten gemeinsamen Elemente der Konstruktion walischer Schiffe sind:
- Klinkerbauweise des Rumpfes mit überlappenden Brettern
- ein robuster aber flacher Kiel aus Eichenholz
- ein an der rechten hinteren Seite angebrachtes Steuerruder
- Bug und Heck laufen spitz zu
- nur ein Mast mittschiffs
- rechteckiges Segel, das mit einem Querträger am Mast befestigt ist
- offenes Schiff ohne Verschläge
- das Schiff kann mittels Segel und/oder Ruder bewegt werden.
- der Rumpf ist flexibel und leicht und auf See beweglich und schnell
Langschiffe
Langschiffe zeichnen sich durch einige überragende Eigenschaften aus. Sie verfügen alle über einen geringen Tiefgang. Ihr aufgebogener Kiel erlaubt es ihnen, an jedem flachen Strand zu landen und auch Flüsse bis tief ins Landesinnere befahren. Ihr geringes Gewicht erlaubt es den Besatzungen, ihre Schiffe bei Bedarf auch über Landengen oder zwischen zwei aneinander vorbeiführenden Flüssen zu schleppen (wichtig hierbei ist das Schleppmet als Schmiermittel). Ihre hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit nebst ihrer hohen möglichen Truppenstärke (die Krieger ruderten selber) machen sie ideal geeignet für Überraschungsangriffe und schnelle Aktionen. Es gibt vier wesentliche Langschiffstypen.
Die Snekkjar (snekke) ist ein schmales und sehr wendiges Langschiff mit etwa zwanzig Ruderbänken auf jeder Seite. Sie kann etwa 100 Mann Besatzung tragen. Es wird nicht nur für den Krieg, sondern auch für Reisen eingesetzt
Die Skydh verfügt auf jeder Seite über fünfundzwanzig Ruderbänke. Dieser Schiffstyp ist genauso schnell wie die Sneggjar, hat jedoch einen höheren Steven und ist besser ausgestattet und aufwändiger gearbeitet, als eine Snekke.
Die Busse ist ein Langschiffstyp, der für große Transportmengen an Gütern oder Kriegern ausgelegt ist. Sie verfügt über etwa 30 Ruderbänke auf jeder Seite. Oftmals werden diese Schiffe von Edlen oder dem Jarkhan genutzt, da sie genügend Platz für Komfort und Leibwachen bieten.
Das Drachenschiff (auch Drakir genannt) hat am Bug den geschnitzten Kopf eines feuerspeienden Thrumar. Ein Drakir verfügt über mindestens 35 Ruderbänke auf jeder Seite, ist allgemein breiter gebaut und hat höhere Bordwände und eine größere und aufwändigere Besegelung als andere Schiffstypen. Üblicherweise fasst er 250 Mann Besatzung. Der Drakir ist als einziger Langschiffstyp hochseetüchtig.
Frachtschiffe
Als Hochseeschiffe sind die Frachtschiffe den Langschiffen bei weitem überlegen. Frachtschiffe können sowohl als Kriegs- als auch als Handelsschiffe eingesetzt werden. Diese Flexibilität macht sie besonders für Händler und Landbesitzer von geringerem Stand geeignet, obwohl sie als Kriegsschiff in jedem Fall den Langschiffen unterlegen sind. Für eine schnelle Raubfahrt sind sie jedoch geeignet.
Obwohl Frachtschiffe nach dem gleichen Schema gebaut werden, wie Langschiffe, gibt es einige Unterschiede. Sie liegen tiefer im Wasser und sind kürzer und breiter gebaut. Außerdem werden ihre Planken mit Nägeln verbunden (bei den Langschiffen werden sie verschnürt) und sind somit starrer als Langschiffe, was sich insgesamt negativ auf die Geschwindigkeit aber positiv auf die Seetüchtigkeit auswirkt.
Die Knorr ist bauchiger gebaut als andere Schiffe. Sie ist etwa 18 bis 20 Schritte lang und 5 Schritte breit und trägt bis zu 50 Mann Besatzung, wird jedoch üblicherweise mit etwa 15 bis 20 Mann gefahren. An Waren kann sie bis zu vierzig Fässer tragen.
Die Byrding ähnelt der Knorr ist aber kleiner als diese. Sie misst etwa 13 Schritte in der Länge und 3 Schritte in der Breite und wird meist mit etwa 15 Mann gefahren.
Schiffsbesatzungen
Die Mannschaft schläft an Deck in fellgefütterten Schlafsäcken und isst gepökeltes Fleisch, getrockneten Fisch, eingemachtes Gemüse und Brot. Alle diese Nahrungsmittel werden ungekocht gegessen. An Getränken führen sie Bier, Met, Schleppmet und, auch wenn es keiner gerne mag, Wasser in Fässern mit sich.
Zur Verrichtung der Notdurft und bei anfänglicher Seekrankheit, hängen die Seeleute die entsprechenden Körperteile über die windabgewandte Seite der Reling und „opfern“ den Göttern.
Eine Schiffsbesatzung verfügt über eine Reihe von Spezialisten. Sie beinhaltet üblicherweise
- einen Steuermann, der für die Navigation zuständig ist, und darüber entscheidet, wie das Schiff sein Ziel erreichten soll,
- einen Ausguck, der über scharfe Augen und eine gute Beobachtungsgabe verfügt, und nicht nur nach anderen Schiffen, sondern auch nach heraufziehenden Unwettern und Landmarkern späht,
- die Segelmannschaft, die die Segel bedienen und auf Weisung des Steuermanns ausrichten oder reffen,
- die Rudergänger, die die Ruder bedienen und als Hilfskräfte der Segelmannschaft helfen, und
- den Schiffseigner oder Schiffsführer, der die Kosten und die Verantwortung trägt und die Disziplin und das Ziel zuständig ist. Er hat bei einer erfolgreichen Reise den größten Anteil am Gewinn.
