Schiffsbau
Schiffe werden üblicherweise direkt am Wasser gebaut. Gelegentlich wird über dem Bauplatz ein Dach auf Ständern errichtet, das mit Stroh gedeckt ist. Die Bearbeitung der Rohstoffe wie Holz, Teer, Nägel, Segel oder Seile aus Walroßhaut erfolgt unmittelbar vor Ort. Oft sind einige Schuppen an der Baustelle aufgebaut, in denen die Rohstoffe untergebracht sind und die Schiffsbauer wohnen.
Bevorzug wird Eichen- oder Buchenholz als Baustoff für Kiel und Planken eingesetzt, aber aus Kostengründen kann auch Kiefern- und Fichtenholz verwendet werden, obwohl die Lebensdauer und Haltbarkeit solcher Schiffe geringer ist. Für den Innenausbau, die Ruder oder den Mast wird üblicherweise Fichten- oder Kiefernholz verwendet. Der Wuchs der Bäume wird bei der Erstellung von Bauteilen mit berücksichtigt. Aus gerade gewachsenen Bäumen werden Planken und Balken hergestellt, aus gebogen gewachsenen zum Beispiel Sparren oder der Mastbaum gefertigt.
Zu Beginn wird ein Gerüst gebaut, das die Anbringung der Planken erleichtern soll. Dort hinein wird der eigentliche Kiel zusammengefügt, der das Rückgrat des Schiffes bildet. Dieser wird am Gerüst fixiert, damit er sich nicht bewegen kann.
Nun werden die Planken wechselseitig an den Kiel gelegt und entweder mit Nägeln (bei Frachtschiffen) oder mit Tauen aus Walroßhaut vertäut (Langschiffen). Die Planken überlappen sich und werden später mit Werg und Pech abgedichtet.
Nachdem die Planken bis zur zukünftigen Wasserlinie angebracht wurden, werden die Spanten mittels Holznägeln eingebaut und mit Verstrebungen und Hohlwinkeln, sogenannten Knien verstärkt.
Danach werden weitere Spanten bis zur geplanten Relinghöhe angebracht und der Mastfuß eingebaut. Nun werden die Planken auf die Spanten gelegt und der Mast mit dem Mastfuß aufgebaut. Nun werden in die Seitenwände die Löcher für die Ruder geschnitten und der Mast aufgebaut.
Nach diesem Bauvorgang wurden die Planken mit Teer abgedichtet und nach dem Stapellauf die Takelung sowie die Ruder angebracht.
Durch die Ruderbänke wird ein Schiff in Abteilungen, dem Rúm, unterteilt. Üblicherweise wird die Klasse und Größe eines Schiffes durch die Anzahl dieser Unterteilungen bezeichnet. Jeder Rúm wird unter Deck in zwei halfrymi unterteilt, die als Aufbewahrungs- oder Schlafbereiche dienen. Je nach Schiff können in jedem halfrymi zwei bis 4 Mann untergebracht sein.
Kriegsschiffe können manchmal besonders verstärkte und erhöhte Bordwände als Verschanzung aufweisen.
Das Steuer eines Schiffs liegt üblicherweise auf der rechten Seite am Heck eines Schiffes.
Die Segel sind üblicherweise rechteckig und werden mit einem Mastbaum am Mast hochgezogen. Die Stärke des Winddrucks wird durch Reffs am Segel eingestellt.
